Affäre geheim halten – Ende des Spiels

In dieser BDSM Geschichte geht es darum, dass eine Affäre geheim halten äußerst wichtig sein kann. Vor allem, wenn es sich um eine dunkle Affäre handelt, an der so ziemlich alles fragwürdig ist.

Schreckliche Gewissheit
Ich wusste sofort, dass er meinetwegen in die Turnhalle kam. Er sah nicht aus wie ein Neuling, der sich das Training erst mal ansehen will, sondern er setzte sich direkt auf die Bank und griff in die Jackentasche. Dann sprach er mich an und zeigte mir das Foto und ich wusste, auf diesen Moment hatte ich drei Jahre lang gewartet. Und Angst davor gehabt. Ja, ich kenne diesen Mann.

Mit Tiefenschärfe, aber das sagte ich nicht. Als ich ihn getroffen hatte, war er fünfzehn Jahre älter, aber dies war sein Ausweisfoto. Nein, ich weiß nicht, wo er ist, seit drei Jahren weiß ich das nicht. Dann traf mich die Gewissheit wie ein Schlag, dass meine Befürchtungen während der ganzen drei Jahre die Wahrheit umkreist hatten.

„Wie sieht die Leiche denn aus? Oder besser, wie viele Teile sind es? Ich sags Ihnen gleich, ich vermute, mindestens zwei. Der Kopf ist vom Rumpf getrennt, Zähne und Netzhaut sind dermaßen zerstört, daß sie nicht mehr zum Identifizieren taugen, und die linke Hand fehlt. Und von wie vielen Individuen sind die Teile denn, was sagen die Forensiker?“ Trotz seiner Verblüffung gab er zu, daß ich Recht hatte. Und nun sollte ich die Überreste identifizieren. Sinnlos.

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Er ist es natürlich nicht, sonst wäre die Leiche nicht so zugerichtet. Aber das spielte ja keine Rolle. „Selbst wenn ich nun behaupte, er sei es, können Sie sich denken, daß das nicht stimmt. Macht aber nichts, in drei Jahren wird er sowieso für tot erklärt. Wenn Sie ihn nicht auftreiben, und ohne DNA wird das schwierig, und selbst dann…“

DNA. Der Gedanke packte mich. Darum also die Badehose in meinem Gepäck … ich hatte mich gewundert, wie die da reingekommen sein konnte. Wir hatten damals doch getrennte Zimmer. Hatte er sie mir heimlich dazugelegt? Hat er absichtlich eine DNA-Spur hinterlassen? So ein Trottel!

Die Stimme des Beamten riss mich aus meinen Gedanken. Wie ich darauf käme, was ich wüsste, ob ich was verschweige, Konsequenzen, Mitarbeit, Vertuschung, Staatsgeheimnisse … ach Mann, easy.

„Ich sag Ihnen jetzt mal in kurzen Worten, was meiner Meinung nach da abgelaufen ist. Wir haben uns in Französisch-Guayana getroffen. Ich als schriftstellernde Touristin, er als stationierter Militärangehöriger. Wahrscheinlich war er damals schon Auftragskiller und hat mich als Tarnung benutzt. …“

Benutzt. Das Wort traf mich wie ein Tritt in den Magen. Immer haben wir gespielt, daß ich ihn benutze – und es war genau andersrum. Benutzt! Das Wort bohrte sich schmerzhaft in mein Bewußtsein. Benutzt … wozu hat er mich noch benutzt? Als Tarnung, ja … und seine erotischen Vorstellungen hab ich mit ihm durchdekliniert. Manchmal hätte ich glauben können, er mag mich. Ob ich ihn mochte, weiß ich nicht. Weiß ich bis heute nicht. Jedenfalls fehlt er mir manchmal.

Und vielleicht …vielleicht fehle ich ihm auch, und wenn ich ihn für tot erkläre, lebt er irgendwo ungestört weiter, mit neuen Gesicht, neuer Identität … will er das jetzt von mir? Und würde ich ernsthaft einen Auftragskiller vermissen? Jetzt kamen mir auch noch die Tränen.

Fröhliches Zwischenspiel
Nein, ich hatte keine sexuelle Beziehung mit ihm gehabt. Oder ja, doch… eigentlich ja, aber – von wem aus gesehen?

„Die Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Da muß ich etwas ausholen.“

Kommissar Dettmers sah mich tieftraurig an.

„Aber bitte nicht allzuweit, ich habe heute auch noch anderes zu tun.“

Also gut, kurz, und rund.

„Sie wissen, was SM bedeutet, oder mit dem moderneren Ausdruck BDSM?“

Sein Gesichtsausdruck sagte mir deutlich, er wusste es nicht, egal was er gleich behaupten würde. Er war aber ehrlich. Ja -nein, Peitschen, böse Frauen in Schwarz, hohe Absätze, zahlungsfreudige Männer in höheren beruflichen Positionen …. also Klischees.

Wo sollte ich da anfangen? Ich versuchte ihm die Vielfalt und Buntheit, ja Buntheit der Szene näher zu bringen. Die Körperbetontheit, den Rollentausch, das Ausleben von unterdrückten Wünschen mit verständnisvollen Partnern… und aus lauter Verzweiflung hab ich ihn zur nächsten Party eingeladen, die ich auch besuchen wollte. Zu meinem Entsetzen sagte er zu. Und ich hatte ein Problem. Ein totaler Anfänger, ahnungslos, nicht wirklich interessiert … und ich als Fremdenführerin durch die bunte dunkle Welt.

Er war pünktlich und kam auftragsgemäß in Schwarz. Und dann kamen meine Bekannten. Hallo Thomas! Und Märtha, seine Frau, mit ihrer Zweitbeziehung. Und Thomas mit seiner. Die Vorstellungsrunde war auf der Seite von Herrn Dettmers von freundlichem Unverständnis geprägt, verlief aber unfallfrei. Dann kamen Regina und Paul. Hallo Regina, hallo Paul!

„Wuuhuuuurrrr…“

„Jaaa, guuutes Hundchen! War er brav?“

„Nein, und das wird er heute bereuen!“

Regina führte ihren Paul mit einem eckigen Grinsen in die Partyzone. Herrn Dettmers Gesicht trug einen Ausdruck, der zwischen Verständnislosigkeit und Ablehnung hängenblieb. Zur Entlastung führte ich ihn in den Speisesaal. Da lagen nackte Menschen jeden Geschlechts und aller Altersstufen neben oder unter den Tischen. Der Käfig unter der Bar hatte schon einen Insassen – Paul.

Dann leerte sich der Speiseraum und das Leben und Treiben in den Spielräumen nahm Fahrt auf. Beim Schlendern durch die Partyräume und die Spielecken blieb mein Novize Herr Dettmer fasziniert vor einem Pärchen stehen. Durch den halbtransparenten Vorhang war sie zu sehen, mit den Armen nach oben an der Decke befestigt, Gewichte an Brustwarzen und Schamlippen, die leise und angenehm klingelten.

Ihr Herr hatte ihr bereits den Hintern dunkelrot gestriemt und drehte ihr gerade mit einer Hand an der Brustwarze, während er ihr mit der anderen Hand den Peitschenstiel schnell und heftig in die Spalte stieß und dazu flüsterte:“DU KOMMST JETZT NICHT – WEHE DU KOMMST!“ Sie hatte den ganzen Körper sichtlich angespannt, wand sich und gab kehlige Laute von sich, die wie eine Mischung aus Lust und Verzweiflung klangen.

Natürlich gelang es ihr nicht. Wir wurden Zeugen, wie sie mit einem stöhnenden Aufschrei den Widerstand aufgab, mehrere Wellen durch ihren Körper liefen und sie schließlich erschöpft an den Armfesseln hing. Ihr Herr machte sie los, setzte sie auf den niedrigen Glastisch und drückte ihren Kopf an seinen Schritt. Dann legte er er seine Hände um ihren Kopf. Was er dazu sagte war nicht zu verstehen, aber die Bewegungen von Herr und Sub waren eindeutig. In dem Moment summte Herrn Dettmers Handy, und ich erstarrte vor Peinlichkeit.

Die Drohung, in einem solchen Fall das Handy dem Besitzer dahin zu stecken, wo die Sonne nicht scheint, hatte der Veranstalter nicht umsonst auf seine Webseite geschrieben. Herr Dettmers hob es wie ein Automat an sein Ohr und verließ hastig, aber unbehelligt die Party. Für mich hatte sein beschleunigter Abgang etwas Fluchtartiges. Besonders der leicht entrückte Gesichtsausdruck dabei ließ eine Fortsetzung erwarten. Wie beim Fisch an der Angel, dem zu seinem eigenen Erstaunen der Köder schmeckt..

Wehmütige Erinnerungen
Da saß ich nun allein in der stöhnenden, geilen und fantasievollen Welt und dachte an unsere vergangenen Spielsessions. Wenn ich auf der Veranda saß, hatte ich ihn oft neben mir auf dem Boden, an meine Beine gelehnt. Manchmal streichelte er mir die Waden – mehr war nicht erlaubt – manchmal streichelte ich ihm den Schritt mit meinen Füßen. Ich mochte es besonders, die langsam härter werdende Beule unter meinen Füßen zu spüren und ihn dann wegzuschubsen. Und ihn dann wegen seiner Unbeherrschtheit mit steigender Härte zu bestrafen. Gern auch mit einer Schuhspitze im Anus, wenn er rückwärts vor mir knien musste.

Der Kopf musste den Boden berühren, die Arme waren nach vorn gestreckt und an einem Pfahl festgebunden. Einmal habe ich ihn mit einer Session im Dschungel überrascht. Keine zehn Meter vom Haus entfernt, zwischen undurchdringlichem Pflanzenwuchs, der Ahnungslosen wie mir sofort die Orientierung nehmen konnte. Hinterher wusste er den Weg zurück praktisch blind, was mich bei einem Militärangehörigen nicht wunderte. Aber er wusste auch, wie man durch den Dschungel auf die nächsten Pfade kommt und dann zu den Landesgrenzen findet. Damals dachte ich mir nichts dabei.

Schreckliche Entdeckung
Die Kühle in der Pathologie verhinderte vermutlich meinen totalen Zusammenbruch. Eigentlich wollte ich beim Anblick der zusammengestückelten Leiche schluchzend und würgend zusammenbrechen. Nur eine Mischung aus Wut und Neugier verhinderte meine freiwillige Aufgabe, und das ständige Frösteln ließ mich bei Bewusstsein bleiben. Der Pathologe zögerte auch sichtlich, als ich das Tuch komplett abgenommen haben wollte.

Als ich dann selber zugriff, kam er mir aber doch zuvor. Natürlich war der Anblick grausam. Aber der abgegriffene Ausdruck „das Gesicht eine blutige Masse“ stimmte nicht. Nicht ganz. Es waren durchaus noch Einzelheiten zu erkennen, auf die ich gern verzichtet hätte. Aber er war es nicht. Die linke Hand mit der auffälligen Narbe fehlte natürlich. Aber der Leberfleck am Hodensack war sorgfältig aufgemalt. Warum der Leiche nach dem Tod auch noch das Schamhaar rasiert wurde, konnte sich der Pathologe ebenfalls nicht erklären. Ich konnte es. Es passte alles zusammen.

Ich hatte ja längst gemerkt, dass seine Erklärungen für die ständig länger werdenden Abwesenheiten nicht stimmen konnten. Seit er – ehrenvoll – aus der Armee ausgeschieden war, wurde er immer verschlossener, und ich befürchtete in meinen schlimmsten Alpträumen, dass eine privat bezahlte „Mission“ dahinterstecken könnte. Sterben oder die Mission beenden lautete das Motto seiner Einheit.

Dann tauchte er nach unserem Urlaub als normale Touristen an der Küste gar nicht mehr auf. Als ich mit seinen ehemaligen Kameraden sprach und überhaupt Polizei und Behörden die Hölle heiß machte, ging das nur um den Preis einer faustdicken Lüge. Dachte ich damals. Interpol fand aber heraus, dass er tatsächlich Präzisionsschütze gewesen war – einer der besten in seinem Jahrgang, und dann ein guter Ausbilder.

Er war nach einigen Jahren unerklärlicherweise auf einen Posten in der Verwaltung gewechselt, der viele Reisen mit sich brachte. Aufenthalte in Kolumbien und Venezuela ließen sich zusätzlich rekonstruieren. Seitdem vermutete ich einen privaten Auftragskiller in meinem Spielgefährten. Und jetzt benutzte er mich wieder. Ich sollte ihm einen amtlich festgestellten Tod verschaffen, hinter dem er ungestört weiterleben konnte. Aber die  Badehose bot eine eindeutige DNA-Spur, auf der die Bluthunde von der Polizei ihn jagen und finden könnten. Nicht sofort, aber es wäre eine eindeutige Identifikation möglich, egal wie er jetzt aussah.

Er mußte nur einen Arzt brauchen, eine Verkehrskontrolle mit Blutabnahme reichte auch. Jeder kleine Anlass für eine Probe von seinem Körper würde reichen.  Ein schreckliches Leben. Und das war eindeutig Absicht gewesen! Plötzlich fiel mir der Abend nach einer besonders harten und wilden Privatsession nur mit uns beiden ein. Da sagte er leise, er würde sein Leben in meine Hand geben. Ich war peinlich berührt über die kitschige Romanhaftigkeit der Phrase. Es war keine Phrase gewesen. Oh nein.

Bitteres Ende
Ich sah mir noch einmal genau die planmäßig hergestellte Leiche an. Alles, was ich jemals mit ihm gemacht hatte, war hier gleichzeitig zu sehen, durch den Tod konserviert. Die Einstichstellen von Nadeln in den Brustwarzen. Die ausgedrückte Zigarette am Penis. Den gerissenen Anus durch einen zu großen Plug.

Und dann sah ich die Spuren von allem, was er ab und zu – ausnahmsweise – mit mir machen durfte. Die Messerschnitte. Bei mir leichtes Ritzen, bis das Blut in kleinen Perlen austrat. An den gleichen Stellen hier tiefe Schnitte bis in die Muskelschicht. Die blauen Flecke an der Innenseite meiner Oberschenkel, hier große, schwarze Hämatome. Wahrscheinlich mit inneren Blutungen bis in die Beine. Warum hatte das arme Opfer das aushalten müssen?

Plötzlich sah ich unsere „umgekehrten“ Sessions wieder vor mir, wo er ausnahmsweise mit mir spielen durfte. Niemand außer uns konnte wissen, was damals passiert ist. Und darum hatte er selber diesen armen Kerl so zugerichtet. Bin ich damals nur knapp einem ähnlichen Schicksal entgangen? Wollte er mir das vermitteln – ich hätte dich damals ohne Weiteres genauso umgebracht, langsam und genießerisch – aber ich habe dich noch gebraucht? Jetzt half mir keine Kühle mehr. Als ich wieder zu mir kam, waren meine ersten undeutlichen Worte: “Da gibt es noch eine Badehose.“

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