Mein Date auf dem Parkplatz

In dieser BDSM Geschichte geht es um Dates, Kommunikation, Spanking und die Frage, was einer Sub eigentlich so durch den Kopf geht, während sie bestraft wird.

Seufzend lege ich mich ins Bett und bemühe meine grauen Zellen, schließe die Augen und lasse mich fallen. Ganz langsam. Ich male mir die Fahrt nach Bürgnirgendheim aus, nervös hin-und herrutschend. Auf dem rauen Autopolster sitzend. Ich bin bei einem Date.
Nichts trage ich unter meinen Rock, glatt rasiert beschäftigt mich die nervig praktische Frage: ob das Flecken gibt? Ich bilde mir ein, dass Du beim Aussteigen schon da bist. Ist so. Unverschämt gelassen und desinteressiert liest Du diese streunende notgeile Schlampe auf einem Parkplatz in der Nähe der Autobahn auf, der so nichtssagend und schrecklich normal ist. Abschätzend betrachtest Du das zitternde, verlegen zur Seite blickende aussteigende Etwas.

Ich sehe in Deinen Augen das Rattern der Analyse: Größe, Augen, Gewicht, Busen und Arsch. Alter. Ein Lächeln. Diese Daten sind schonungslos, hart und fallen dann doch für mich aus.

Kühl kommt ein: “Steig da ein.

Du packst mich Arm, ungalant und grob. In mir rast plötzlich Date-Panik!

Was tue ich hier? Wenn mich jemand erkennt? Kann ich mir irgendwie mal den Lippenstift nachziehen?

Ist er einer von der Sorte, denen das Herz stehen bleibt, nur weil Frau mal den Autospiegel mit ungewaschenen Fingern anfasst?

Solls ja geben, ich hatte mal einen, der hat immer die Finger affektiert abgespreizt, die eine Minute vorher in meiner Votze waren, damit er sich das Polster seines geliebten Blechteils nicht verunreinigt.

Wundert mich heute noch, dass ich den nicht an der Landstraße ausgesetzt habe. Was, wenn meine Strümpfe eine Laufmasche haben? Mein Rock eine Falte?

Doch dann beruhige ich mich langsam wieder, denn kein Mensch wird mich hier kennen.
Und wenn es peinlich wird, was soll’s, ich muss es ja niemanden erzählen. Es hat doch jeder und jede so ein paar Erinnerungen im Hinterkopf, die man keinesfalls in einer noch so dunklen Kammer flüstern würde. Da ich vor Neugier fast sterbe, beginne ich betont weltfraulich ein Gespräch. Du sagst erst nichts, dann siehst Du mich scharf an: “schweig“.

Eingeschüchtert halte ich meinen Mund.

Wir sind da, gehen durch einen Hausflur und nicht wie in einem normalen Haus nach oben, sondern nach unten.

Bravo, denke ich empört.

Natürlich kommt uns ein Hausbewohner entgegen und mustert mich. Dann grinst dieser Prolet in seinen ungewaschenen Jogginghosen und seinem sauren Bieratem unverschämt. Schon klar, der Rock ist entschieden zu kurz, der Lippenstift so rot, aber gern hätte ich meine dominante Ader ausgelebt und diesem Nichts von Mann die Hacken meiner Heels in seinen hässlichen, sicher auch noch pickligen Arsch gerammt.

Dann stehen wir in einem mistigen Keller vor einer rostigen Tür.

Ich muss grinsen. da steht doch tatsächlich noch “LSR” drauf. Ist der Luftkrieg nicht schon ein Weilchen vorbei? Ich will gerade lästern und werde plötzlich grob nach vorn geschubst. “Willst Du hier Wurzeln schlagen? Vorwärts!

Der Raum ist absolut dunkel. Ich gehöre nicht gerade zu denen, die bei Spinnen oder Mäusen affektiert aufschreien und dann damenhaft galant in Ohnmacht sinken. Aber flatternde Wesen sind so gar nicht meins. Hilft nichts. Du nutzt Deine körperliche Kraft.

Lahm versuche ich noch, ein Grundsatzgespräch über Tabus zu führen. Typisch, das mir so was immer erst einfällt, wenns wirklich schon brennt.

Ich weiß“.

Ein kurzer harter Satz beendet die eh müßige Diskussion.

Schöne Scheiße, anna, was hast Du jetzt wieder mit dir angestellt? Wenn da mal dein so gepflegter Alabasterkörper hier wieder heil rauskommt! Langsam gewöhnen sich meine Augen an das Dunkel. es ist angenehm warm und ich beginne, mich wohl zu fühlen. es ist still und für einen kurzen Moment vergesse ich Deine Anwesenheit.

Einsamkeit schätze ich sehr, was für ein Genuss, einmal ohne Menschen zu sein. Doch dann spüre ich Deine Hände auf mir und Du beginnst, mich auszuziehen. Ich will helfen, ein scharfes schsch hindert mich, lässt mich erstarren und meine Arme an den Seiten wie die einer Puppe baumeln.

In wenigen Augenblicken trage ich nur noch Strümpfe und diese drückenden Highheels. War ja klar, den Mann möchte ich mal sehen, der mir erlaubt, diese Schuhe auszuziehen! Dann berühren mich Seile wie Schlangen. Rau, unerbittlich, fordernd.

Kurze Kommandos knallen in den Raum: “Arme hoch, dreh dich, steh gerade!

Meine Arme sind nach oben gestreckt. Das tut schon weh, aber nun wird mein ganzer Körper nach oben gezogen, so dass ich in diesen Schuhen nur noch auf den Spitzen stehen kann.

Ich wüte gegen mich selbst, in meinem Gehirn lästern die Braven: “Ach ja, das soll also geil sein? Du wirst Schmerzen haben! Morgen in der Büro sehen sie Dir die roten Striemen an Deinen Handgelenken an! Du wirst schwitzen, Deine Haare werden ein verfilztes klebriges Etwas sein. Dein Arsch wird glühen!

…pah, schreie ich stumm dagegen an, Ihr versteht nichts! Nichts! Laut schreien geht ja schlecht, denn offensichtlich hältst Du nichts von diesen Knebeln aus China, die so lächerlich bunt sind, sondern hast mir seelenruhig stinknormales Klebeband über den Mund geklebt.

Na also, das Problem mit dem nicht nachgezogenem Lippenstift wäre ja so geklärt.

Inzwischen brennen Kerzen im Raum, und was ich da so zu sehen bekomme, lässt das Verlangen in mir wie ein unendlicher Fluss aufsteigen und ich mache meinem Sternzeichen alle Ehre. Die Nässe tropft auf den Boden und Du siehst mich stirnrunzelnd an.

Du ziehst meinen Kopf zu Dir und fragst mich: „Alles in Ordnung?“.

Ich nicke. Den Versuch, wütend oder intelligent auszusehen, lasse ich lieber.

Dann drehst Du Dich um und ich kann beobachten, wie Du in dem Anblick Deiner kleinen schwarzen Freunde versinkst. Nachdenklich nimmst Du das eine um andere Teil in die Hand, wiegst es wie ein Golfspieler, der das passende Eisen sucht und dann triffst Du Deine Wahl. Ich schließe die Augen.

Ich denke noch: „endlich muss ich mal nicht zählen“, und dann falle ich in den glühenden, beißenden und nicht enden wollenden Schmerz.

Immer noch bin ich viel zu wach und kann unterscheiden: die Gerte, das Paddle, ein Stück breites Holz, Wachs…

Doch dann setzt Du mir Klammern an.

Ich bäume mich auf, und ich bin mir sicher, Du bist für einen Moment über die Kraft in mir verblüfft. Du packst mich in den Haaren, ziehst an den Locken und setzt die zweite Klammer. Nein! Alles schreit in mir. Keine Klammern, bitte nicht.

Mein Körper windet sich, und Du hast Mühe, mich zu halten. Fast für einen Moment unbeherrscht greifst Du nach einer schweren Peitsche.

Doch dann stutzt Du einen Augenblick und lächelst ein Wolfslächeln, greifst nach der nächsten Klammer und setzt diese mir an die nasse Fotze. Meine Augen sind weit aufgerissen, die Seile scheuern an mir und dann beginne ich zu fliegen. Die Hitze breitet sich über meine Körper und in meiner Seele aus.

Stunden später sitze ich wieder in Deinem Auto. Wir sagen nichts, wäre auch müßig. Die Falten in meinem Rock und wo sonst noch sind mir egal.

Da ist wieder dieser Parkplatz. Immer noch schmutzig. Immer noch so normal. Ich steige in mein Auto. Die Musik lasse ich aus. Denn sie ist in mir.

Und ich lächle still in mich hinein.
a.n.n.a.


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