Die Erpresserin (Teil 1)

Dies ist die Geschichte einer Erpressung, ausgeführt von einer Frau, die nicht bereit war, hinzunehmen, dass alle Männer sie ignorierten und verarschten. Also nahm sie ihr Schicksal selbst in die Hand. Auf eine etwas merkwürdige Art und Weise.

Heike war nicht dafür bekannt viele Verehrer zu haben. Ihre Nachbarn sahen sie häufig zwischen 18 und 19 Uhr die Treppe zu ihrer Wohnung hochsteigen, langsam und nicht selten etwas ächzend. Heike mochte mit ihren 31 Jahren eine junge Frau sein, doch die überschüssigen Pfunde ließen sie manchmal wie eine alte Frau schlurfen. Vor dem letzten Stockwerk konnte man sie auch schon mal schwer schnaufen hören, wie eine Dampflokomotive.

Auf dem Weg aus der Arbeit machte Heike Halt im Supermarkt und so schleppte sie oft in jeder Hand eine Plastiktüte, gefüllt mit allerlei ungesundem Zeug. Dies war eben ein Kreislauf. Heike war frustriert. Sie träumte von Männern, die sie anbeteten und auf den Händen trugen – doch für beides schien sie zu schwer zu sein. So saß sie abends allein vor dem Fernseher und stopfte sich mit Keksen und Schokolade voll. Und dem unverzichtbaren Nutella. Heike war durchaus etwas klischeehaft.

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In ihrem Haushalt gab es keine Waage und auch die Anzahl der Spiegel begrenzte sie auf das Minimum des Kosmetikschranks im Badezimmer. Sie war eher klein und so sah sie in dem Spiegelschrank kaum mehr als ihr Gesicht. Ihre Fettleibigkeit blieb ihrem Blick die meiste Zeit verborgen. Doch sie spürte sie natürlich auf Schritt und Tritt. 138 Kilogramm waren bei ihrer Größe ein Missverhältnis, das zu ignorieren schwer war. Sie lief mit einem 50-Kilogramm-Rucksack durchs Leben. Ihr Gehirn hatte es zwar über die Jahre sehr effektiv gelernt, diesen Missstand auszublenden, doch das ewige Gefühl, auf einem Planeten mit deutlich stärkerer Gravitation zu leben blieb.

BDSM Geschichten - Heike, die ErpresserinEs war nun nicht so, dass Heike gar keinen Sex hatte. Für lange Zeit war sie oft in kleinen, unscheinbaren Chatlines unterwegs, wo sie sich besonders erotische Decknamen zulegte und auf der Suche nach Männern war. Dies war nicht ohne Erfolg. Doch es war unübersehbar, dass sie einen bestimmten Schlag Mann anzog. Zumeist waren dies Kerle, die einfach den Kick suchten, mal mit einer extrem fettleibigen Frau zu schlafen. Sie waren dabei häufig rücksichtslos und recht egoistisch. So ertrug sie es, während die Männer schnaufend und rammelnd auf ihr lagen und nach einigen Minuten bereits nach ihrem Handy und ihren Socken suchten. Viele behielten sogar die Socken an. Manchmal erwies sich der Koitus geradezu als schwierig, da ihre Obesität Männern mit kürzeren Penissen durchaus hinderlich sein konnte. Das führte zu peinlichen Momenten. Heike rettete eine solche Situation, in dem sie dem Mann einen blies.

So lernte sie es, sich vorab erigierte Schwanzfotos zusenden zu lassen und verabredete sich nur mit jenen, die eine gewisse Länge aufwiesen. Dadurch wurden die Dates seltener und seltener. Hinzu kam, dass Heike zunehmend den Mut verlor, neue Menschen kennenzulernen. Sie hatte genug, wie ein Stück Dreck behandelt zu werden. Wie eine schmutzige Matratze, auf die man sich kurz fallen lässt.

“Du bist schon eine geile fette Fotze”, hatte ein Mann zu ihr gesagt, während er grob ihre wulstigen Schamlippen knetete. “Da stehste doch drauf, wenn ich dir das sage, ha?”

Sie hatte damals nur in falscher Zustimmung genickt und gekünstelt gestöhnt. Ihre eigene Freude holte sie sich oft erst nachdem der Mann wieder gegangen war – mit einem ihrer zahlreichen Dildos. Sie hatte über vierzig von ihnen in der Nachttischschublade und im Schreibtisch. Gerade bei den größeren Gummischwänzen musste sie sich auch mal etwas einfallen lassen, um sie zu benutzen. Ihre Arme waren da eine Spur zu kurz und ihr Bauch eine Spur zu gewölbt. Eine flüssige Bewegung erreichte sie nur mit den kleineren Dildos. Doch für die großen Exemplare (die sie doch so liebte) musste sie einen großen Karton zwischen ihre Knie legen und den Knauf des Dildos auf diese Weise gegen die Kartonwand pressen. So vermied sie, dass sie einen Krampf in der Wade oder im Oberarm kriegte.

Ihre Arbeit empfand Heike zumeist als frustrierend. Sie arbeitete in einer IT-Firma, die verschiedene kommerziellen Webseiten betreute und zugleich entsprechende Sicherheitssysteme betrieb. Sie selbst war lediglich in der Verwaltung der Firma tätig und obwohl sie sich selbst gerne versicherte, dass ihr technisches Wissen deutlich dem gewöhnlicher Menschen überlegen war, konnte sie sich nicht mit den Koryphäen messen, die um sie herum den ganzen Tag schwirrten.

Doch die meisten Leuten machten einen großen Fehler, Heikes Verstand zu unterschätzen. Es gibt da diese unterschwellige Annahme, dass ein fettes Mädchen aller Wahrscheinlichkeit nach nicht allzu helle ist, denn wäre sie schließlich smart, hätte sie es nicht zugelassen, ein Koloss auf dicken Elefantenbeinen zu werden. So neigten die Menschen in Heikes Leben dazu, sie zu unterschätzen.

Heike war durchaus überrascht, als sie eines Tages mit Andy, einem der Techniker im Hause ins Gespräch kam. Seine freundliche Art erschien ihr sogleich wie intensives Flirten. Noch nie hatte jemand in der Firma mit ihr geflirtet. Sie war in der Buchhaltung tätig, unscheinbar und vergessen in einem der hinteren Büros in zweiten Stock. Das Flirten war mehr eine Sache der schlanken Mädels im Empfangsraum, die allesamt aussahen, als würden sie mit Gwen Stefani um den Platz in einer Rockband wetteifern.

Ohnehin hatte Heike nie vorgehabt, sich mit einem Mann aus der Firma einzulassen. Sie traute keinem von ihnen über den Weg und bei ihrem notorischen sexuellen Pech rechnete sie nur mit irgendeinem peinlichen Skandal. Sicher würde ein solcher Mann schnell ausplaudern, wie es so war und wie Heike aussah, wenn sie endlich diese wallenden Röcke und Kleider auszog. Sie hatte es sich schon lange zum Prinzip gemacht, sich den Sex von Fremden zu holen. Vorzugsweise verheirateten Männern, die selber genug Motive hatten, den Mund zu halten. Doch diese Quellen hatten schon längst begonnen zu versiegen. Oft fehlte ihr einfach die Energie, neue Kerle zu daten und sich erneut wie ein Stück fettes Fleisch behandeln zu lassen, in das ein Kerl mal schnell reinpimpern konnte.

Als Andy sie ansprach, war Heike in einem willensschwachen Zustand. Sie hatte seit über drei Monaten mit niemandem geschlafen. Am Anfang hatte sie sich eingeredet, dass dies halb so schlimm ist und sogar etwas amüsantes hat, denn nun konnte sie endlich systematisch sämtliche Dildos in ihrer Wohnung durchprobieren und sie allesamt bewerten. Doch nach drei Wochen “Produkttesten” begann sie sich selbst zu hassen und versank noch tiefer in den seelischen Abgrund.

BDSM Geschichten - Heike, die ErpresserinUnd so landete sie schließlich mit Andy im Bett. Der Sex mit ihm war recht erbärmlich. Er bestand darauf, sie in der Wau-Wau-Stellung zu nehmen, was sie ihm zuerst einige Augenblicke lang auszureden versucht hatte, ohne dabei den Elefant im Raum zu benennen: dass sein Pimmel einfach zu klein war, um an den dicken Schenkeln vorbei richtig in die Spalte hereinzurutschen. Am Ende kniete Andy neben ihrem Kopf, knetete mit einer Hand ihre Brüste, während er sich mit der anderen Hand einen runterholte. Er spritzte ihr unter deftigem Gestöhne aufs Gesicht und ließ sich dann auf den Rücken fallen und lag schwer atmend neben ihr.

Heike griff nach der Küchenrolle, die auf dem Nachttisch stand und riss gleich mehrere Blätter ab.

“Sorry”, schmunzelte Andy, während sie begann, ihr Gesicht und ihren Hals abzuwischen. “Ich hoffe, das war nicht zu krass für dich.”

“Nein, ich fand es schön”, log Heike mit leiser Stimme.

Dies war der Augenblick, an dem Heike zum ersten Mal daran gedacht hatte, sich das Leben zu nehmen. Doch es sollte anders kommen. Gänzlich anders.

Denn nur einige Sekunden später klingelte Andys Mobiltelefon.

“Ich muss da ran”, brummte er. “Ich hab heute das Notfall-Handy.”

Andy stand auf, während sie ihn vom Bett aus beobachtete. Er kratzte sich im Gehen an den Eiern und ließ sich auf einen der Stühle fallen.

“Ja, warte”, sagte er ins Telefon. “Ich brauche einen Stift.”

Bevor Heike etwas einwenden konnte, begann er die Tischschubladen aufzumachen. Er starrte abwesend auf all die Dildos, die scheinbar jede Schublade zum Anschlag füllten. Schließlich fand er einen kleinen Papierblock und einen Kugelschreiber und machte sich Notizen.

“Ich kümmere mich drum”, sagte er und legte auf. Er blickte Heike an. “Du hast wirklich viele Sextoys. Es ist wie eine Sammlung. Du könntest damit eine Ausstellung machen.”

Heike lächelte und drückte sich sogleich das Kissen über das Gesicht. Nach einer Weile hob sie es wieder auf.

“Ich weiß, ich bin schlimm. Ich bestelle zu viel Zeug.”

“Weißt du, jeder wie er’s mag”, meinte Andy. “Das war die Firma. Ich muss schnell etwas erledigen. Die denken natürlich, ich sitze in meinem Home-Office. Ist es OK für dich, wenn ich hier 20 Minuten etwas rumcode?”

“Kein Problem. Brauchst du meinen Computer?”

“Nein, ich gehe nie ohne mein Notebook aus dem Haus”, erklärte Andy und beugte sich zu seinem Rucksack.

Heike sah ihm anschließend eine Weile zu, während er mit dem Rücken zu ihr in die Tasten trommelte. Die sexuelle Aufregung war von ihr gewichen und so wünschte sie sich nur, dass er endlich ginge, damit sie eine Runde weinen und vielleicht eine Runde masturbieren konnte. Sie fühlte sich mies, denn sie hatte gegen ihre eigene Regel verstoßen. Andy kannte sie kaum und so war es ihr nicht geheuer, wie er sich weiter verhalten würde. Sie fürchtete, dass man sie schon bald mit schwer unterdrückten Schmunzeln anblicken würde, wenn sie morgens in die Firma kam.

“Du, die ganze Geschichte, das bleibt unter uns, ja?”, sagte sie schließlich.

Andy blickte über die Schulter und verzog den Mundwinkel. “Da musst du dir echt keine Sorgen machen.”

Er wandte sich wieder dem Bildschirm zu. Heike runzelte die Stirn. Sie empfand seine Antwort als recht verletzend. Als ob er ihr durch Blume sagen wollte: Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich damit protzen würde, mit einem Wal wie dir gepoppt zu haben.

Vielleicht war dies nicht seine Absicht, doch so kam es bei ihr an. Ihre Augen füllten sich mit Wasser und so wandte sie sich ab und zog die Bettdecke über sich.

“Ich gehe mal kurz aufs Klo”, hörte sie Andy sagen.

Sie lag nun ganz alleine da und dachte daran, auch weiterhin so zu tun, als ob sie schlafen würde. Sie hoffte, dass Andy sie dann in Ruhe ließe und sich leise davonschleichen würde. War es nicht für die meisten Männer das ideale Ende eines Dates?

Doch als nach einer Weile Andy immer noch nicht zurück war, richtete sich Heike auf und sah sich verwundert um.

“Hoffentlich macht er wenigstens das Fenster auf”, brummte sie fast unhörbar. Dann erreichte Andys Stimme ihre Ohren. Sie klang leise und gedämpft. Heike trat nackt aus dem Schlafzimmer auf den Gang und spitzte die Ohren. Sie konnte nicht genau verstehen, was Andy sagte, doch es schien ihr, als würde er sich gegenüber jemandem am Telefon erklären. “Ja, ich bin gleich da… Nein, ich habe doch gesagt, es dauert heute etwas länger …”

Heikes Laune hatte sich einen Deut gebessert. Ob verheiratet oder vergeben – Andy würde vermutlich nicht über ihren grässlichen One Night Stand in der Firma plaudern. Das würde er als Fremdgänger nicht riskieren. Sie schlich sich zurück ins Schlafzimmer. Die kalten Fließen des Flurs ließen sie frösteln. Als sie sich wieder auf den Bettrand sitzen wollte, blieb ihr Blick auf dem geöffneten Notebook haften.

Heike wusste, was sie da sah.

Oriolle” waren ihre Kunden. Eine Webseite, die sich auf Kontaktanzeigen spezialisierte, doch natürlich nicht auf die alte, dröge Art, wie es “Kurz und Fündig” tat, sondern als eine interaktive Experience. Heike hatte sich oft gewünscht, dort mitzumachen und auf Männerjagd zu gehen, doch die Tatsache, dass ihre Kollegen Systemadministratoren dieser Plattform waren, ließ sie zurückschrecken. Es wäre zu peinlich, wenn jemand sie erkennen würde.

Das Front-End der Webseite war halb versteckt hinter einem anderen Fenster, das eine offene Datenbank zeigte. Heike spürte plötzlich ein seltsames Schäumen in ihrem Kopf. Sie stützte ihre Handfläche gegen die Tischplatte, während die Fingerspitzen ihrer freien Hand das Touchpad berührten. Sie sah Klarnamen, Telefonnummern, Passwörter, Fotos, Bankverbindungen – alle säuberlich in Datensätzen sortiert. Nicht mehr als eine etwas aufwändige Excel-Liste, mit zehntausenden intimen Geheimnissen. Für einen Augenblick hielt sie inne. Sie glaubte krank zu sein. Doch das war es nicht. Sie war einfach nur aufgeregt, denn in dieser kurzen Zeit hatte ihr Gehirn einen Plan gefasst, der sie ganze Wochen und Monate beschäftigen würde.

Ohne auf ihre zitternden Hände zu achten, richtete sie sich auf und hastete zur Schlafzimmertür. Sie neigte sich in den Gang und lauschte. Andy plapperte noch immer etwas Unverständliches zu seiner Ehefrau oder Freundin. Heike griff nach ihrer Handtasche und wühlte darin hektisch. Wo war es nur? Sie konnte sich genau erinnern, wie einer der Sales-Leute ihr diesen Merchandising-Gimmick gegeben hatte. Eine kleine Plastik-Taschenlampe, deren Ende jedoch aus einem USB-Port bestand und einen nicht allzu großen Memory-Stick darstellte. Schließlich fühlte sie das winzige runde Gehäuse zwischen ihren Fingern.

Sie eilte zurück zum Tisch und steckte den Stick in die Schnittstelle des Notebooks. Dort entdeckte sie schnell, dass im Hintergrund der Dateimanager bereits offen war. Sie würde die Daten also nicht auf der Festplatte suchen müssen. Sie zog das ganze Verzeichnis auf die Ikone des Sticks. Es waren drei Gigabyte voller Daten, die nun zügig in Kopie rüber flossen. Doch war es zügig genug? Heike fuhr aufgeregt durch ihre langen Haare und blickte zur Tür, als könnten ihre Augen Andys Rückkehr irgendwie verlangsamen.

Die Prozente tröpfelten vor sich hin. Bei 90% angekommen, hielt sie bereits die Hand an der winzigen Taschenlampe, bereit den USB-Stick blitzschnell herauszureißen. Sie hörte schon die Klospülung. Das jämmerlich Gespräch am Handy schien endgültig vorbei zu sein. 94%. Heike ballte die Hände zu Fäusten und presste sie gegen ihre Wangen. Sie hörte den Wasserhahn ihres Waschbeckens. 96%. Ihr Herz schlug wie eine Glocke. Das Schloss der Klotür klappte auf und sie hörte Andys Schritte. 98%. Doch dann schien er stehen zu bleiben, denn sie hörte ihn auf halber Strecke rascheln. Sie hatte dort auf einem Tischchen einen Stapel Zeitschriften liegen und etwas hatte wohl seine Aufmerksamkeit erregt. 100%.

Sie biss sich auf die Unterlippe und zog vorsichtig den Stick ab. Der Rechner bedankte sich mit einem leisen Tonsignal, doch da rutschte Heike bereits unter ihre Decke, das Gesicht unter den Haarsträhnen verborgen. Der Memory-Stick brannte in ihren Händen.

Einen Atemzug später trat Andy herein. Er setzte sich an den Rechner und klickte eine Weile herum. Dann klappte er den Laptop zu und steckte ihn wieder in seinen Rucksack.

“Bist du noch wach?”, fragte er leise. Heike rührte sich nicht. Sie atmete gleichmäßig.

Ohne ein weiteres Wort zu sagen, zog sich Andy ohne Hast an und verließ ihr Zimmer. Er ließ das Licht im Flur an. Heike hörte die Haustür zuklappen und richtete sich sogleich auf.

Sie blickte auf den Memory-Stick auf ihrer Handfläche.


Es gibt bereits eine Fortsetzung!

Die Erpresserin (Teil 2)

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