Ein Jahr nur Analsex – ein Erlebnisbericht (1)

Die Idee

Die Idee für eine Weile nur Analsex zu praktizieren, ist nicht ganz so originell, wie es auf den ersten Blick anmutet. Ich hatte das faszinierende Buch “The Surrender: An Erotic Memoir” von Toni Bentley (auf Deutsch “Ich ergebe mich“) gelesen. Darin ergibt sich die Autorin bedingungslos dem Hintertürchen-Spiel als der vorherrschenden sexuellen Praxis und wird auf diese Weise zu einer waschechten Anal-Hure.

Auch als ich mit dem Buch fertig war, konnte ich es für Wochen nicht aus meinem Kopf kriegen. Ich mochte schon immer anal, aber es war immer nur etwas, das gelegentlich Thema wurde. Ich betrachtete es immer als eine kleine Belohnung, unterwegs auf meinen submissiven und masochistischen Pfaden.

Analsex ist gerade für eine Sklavin eine intensive Erfahrung. Die ganze Praxis, kombiniert mit gewisser Rauheit passt hervorragend zu dem devoten Lebensgefühl. Viele Subbis da draußen, ob weiblich oder männlich, werden mir vermutlich zustimmen.

Im Frühling dieses Jahres hatte ich darüber viel nachgedacht und mir überlegt, welche Rahmenbedingungen ich mir auferlegen würde, damit diese Erfahrung unverfälscht war und möglichst intensiv.

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DER Zeitrahmen

Als erstes dachte ich über den zeitlichen Rahmen nach. Zuerst wollte ich einen Zeitraum von drei Monaten abstecken. Ich habe im Schnitt 1-2 mal in der Woche Sex, das würde also auf 12 mal bis 24 mal Analsex hinauslaufen. Das war doch eine eher enttäuschend niedrige Zahl. Es ging mir schließlich darum, ein bestimmtes Lebensgefühl zu erreichen. Bei mir ist es nun so, dass ich immer, wenn ich das Gefühl habe, mich selbst zu sehr zu schonen, dann übermütig werde. Das ist immer etwas gefährlich.

Auf jeden Fall nahm ich mir vor, meine sexuelle Aktivität zu erhöhen (was ein wenig erklärt, warum ich gerade die letzten Monate so wenig meine Kurzgeschichten hier geschrieben hatte), um so näher an das Gefühl zu kommen, eine Analdirne zu sein. Das war ein starker Kick in meinem Kopf und ich wollte nicht “so als ob” tun, sondern eine echte, tiefgreifende Erfahrung machen. Etwas, wo ich mir sicher sein konnte, dass dies den meisten verwehrt bleibt.

So ließ ich mich von meinem Übermut mitreißen und setzte den Zeitrahm auf 12 Monate. Ich erschrak ein wenig vor der Vorstellung und war an dem Tag, als ich es beschloss ziemlich aufgeregt. Es war eben eine dieser Situationen, wo ich mich fragte, ob ich es zu weit treibe. Damals war das der Oktober 2017 und ich nahm mir vor, zum 1. November anzufangen.

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DIE Bedingungen

Ich fand, dass die ganze Sache nur dann ihren Zweck erfüllte, wenn ich mir selbst strenge Regeln auferlegte, die ganz exakt definierten, wie das Ganze vonstatten gehen würde. Ähnlich, wie es Toni Bentley in ihrem autobiographischen Roman getan hat. Nur so würde ich dabei ein extrem masochistisches Gefühl erreichen, so wie ich es schließlich bei allen meinen Aktionen anstrebe.

Die erste Regel ist, dass meine Muschi für all diese Zeit verschlossen bleibt. Zwölf Monate ohne Vaginalsex würde ziemlich hart sein. Ich brauchte dazu allerdings keinen Keuschheitsgürtel, der mir vermutlich eh nur Hautabschürfungen einhandeln würde. Im Gegensatz zu Männern, die mit ihren masochistischen Vorhaben sehr leicht ins Wanken geraden und deshalb eine strenge Kontrolle benötigen.

Ich habe über die letzten Jahre eine ziemlich starke Selbstdisziplin entwickelt, da ich festgestellt habe, dass im Alltag alles in eine Selbstbestrafung umgewandelt werden kann. Hier schwingen sicherlich tiefsitzende Versagensängste mit, so dass ich mich zumeist in solche Aufgaben verbeiße und es dann einfach durchziehe.

Darum war dies durchaus begründet, dass ich vor meinem eigenen Mut erschrak, denn ich wusste, dass ich nicht einfach nach zwei Monaten die Sache abbrechen würde, um so zu tun, als wäre nichts gewesen. Und 12 Monate ohne Muschi-Penetration sollte verdammt hart für mich sein.

Aber es bedeutet auch, dass jeder Dom, mit dem ich mich einlassen würde, darauf achten musste, dass diese Regel nicht gebrochen wird. Auch gefesselt oder an einem Holzbock gebunden, durfte er dann nicht mit irgendwelchen Toys in meine Mumu eindringen. Nicht mal Fingern!

Die zweite Regel lautet, dass es mir zwar erlaubt ist, zu masturbieren, aber nur solange Regel Nummer 1 nicht verletzt wird. Also keine Dildos. Und Vibratoren nur, um die Klit zu stimulieren. Sollte ich bei der Selbstbefriedigung ein Verlangen nach Penetration haben, muss der Dildo, oder der Vibbi anal eingesetzt werden. Zu einem solchen Verhalten werde ich aber im Regelwerk ausgesprochen ermuntert.

Die dritte Regel lautet, dass mir erlaubt ist, einen Blowjob zu geben, wenn der dominante Mann es verlangt – doch es darf nur unter der Voraussetzung passieren, dass ich zeitgleich einen Analplug trage. Kein Plug, kein Blowjob. Eine typische BDSM-Regel, die sehr sinentleert ist und nur den Zweck verfolgt, die Subbi zu schikanieren. Sieht mir also sehr ähnlich.

Die vierte Regel lautet, dass Cunnilingus strengstens verboten ist. Ohnehin eine zweifelhafte Beschäftigung für eine Sklavin, hätte es – um Regel 1 einzuhalten – vorausgesetzt, dass der leckende Mann hierbei darauf achtet, mit der Zunge nur die Klitoris und die Schamlippen zu berühren, jedoch niemals mit der Zungenspitze in die Scheide einzudringen.

Na ja, mal ehrlich, wer würde an dieser Stelle einem Mann vertrauen, dass er sich daran hält. Gerade wenn er in einem Zustand ist, wo man ihn zuerst für 5 Minuten auf den Kopf stellen müsste, damit das Blut wieder zurück in den Kopf abfließt. Somit – Lecken sollte für 12 Monate ein absolutes NO-GO werden. Dies würde ohnehin nur meine masochistische Erfahrung verstärken.

Die fünfte Regel besagt, dass ich nur auf eine sehr spezifische Art und Weise meine Vagina reinigen darf. Erst als ich dabei war, diese Regeln niederzuschreiben (ich brauchte schließlich etwas, das ich einem Dom in die Hand drücken konnte. Frau kann kaum erwarten, dass die sich etwas merken), fiel mir auf, dass meine tägliche Hygiene dazu führte, dass ich mit meinem eingeseiften Zeige- und Mittelfinger unter der Dusche in meine Scheide rutschte, um mich eben zu waschen. Dies war aber ein Verstoß gegen die Regel eins.

Wie konnte ich dieses Problem lösen? Nun, ich hatte nicht vor, aus dem Schritt wie eine alte Sardinendose zu riechen, also ließ ich mir etwas anderes einfallen. Ich kaufte mir einen medizinischen Duschballon und fülle den nun mit Seifenwasser. Damit ist es mir erlaubt, auch tief in die Scheide einzudringen, so lange es nur 2-3 Sekunden dauert, mit dem Zweck den Inhalt des Ballons hinein zu spritzen. Mit Hilfe der Dusche darf dann ausgespült werden.

Die sechste Regel besagt, dass ich mir in dem Zeitraum von 12 Monaten angewöhnen muss, mein Hintertürchen immer nur als meine ARSCHFOTZE zu nennen. Und das ist etwas schwerer, als es auf den ersten Blick anmutet. Denn obwohl ich mich oft in den Morast der menschlichen Sexualität vorwage, bin ich bei gewissen Aspekten des Lebens etwas schüchtern. So hatte ich die Sache mit der vulgären Sprache nie so richtig drauf, auch wenn manche Doms das recht anregend finden.

Als Teenager hatte ich ohnehin lieber Anstand davon genommen, irgendwelche krassen Sexwörter zu benutzen, weil das nur dazu führte, dass der Junge sofort kam. Ich meine, wenn beide 16 sind, kann frau schon froh sein, dass der Sex länger als drei Minuten dauert. Da noch dem jungen Kerl ins Ohr zu flüstern: “Fick meine heiße Fotze!”, führt zumeist zu einer sofortigen Ejakulation. Also ließ ich das schön bleiben.

Doch in diesem Zusammenhang war der Zwang zu dieser Wortwahl eine weitere Hürde, die ich als Subbi meistern musste – und zugleich würde es den Dom stimulieren, mich möglichst oft anal zu nehmen. Und das war schließlich der Zweck der ganzen Übung.

Die siebte und letzte Regel lautet, dass meine Arschfotze jenen Männern, für die ich mich entschied (oder in der Vergangenheit bereits entschieden hatte), immer zur Verfügung zu stehen, ob es mir passt oder nicht. Ich wollte schließlich zügig das Lebensgefühl einer Analhure erreichen und dazu gehörte, dass ich zugänglich war. Paar mal im Monat Sex zu haben, würde da kaum den nötigen Zweck erreichen.

So schrieb ich, mit gehobenen Augenbrauen und etwas zitternden Fingern in meine Regelliste, dass der schnelle und egoistische Boxenstopp des Mannes ausgesprochen gewünscht wird. Warum muss ich immer päpstlicher als der Papst sein?

Der letzten Punkt erschien mir durchaus ein wenig gefährlich, denn ungeachtet meiner Eskapaden habe ich auch ein “normales” Leben. Ich arbeite in einem Büro und gelte dort eher als das harmlose kleine Mäuschen, bei dem sich einige Kollegen ständig wundern, weshalb ich keinen Freund habe, oder noch nicht verheiratet bin. All das hier ist sozusagen ein geheimes Doppelleben, das ich führe und das von meinem “anderen” Leben scharf getrennt ist.

Meinen Doms, Herren und Lords die “carte blanche” zu geben, war also etwas, das ich noch nie getan hatte und das durchaus zu einem Problem werden konnte. Doch ich wusste, dass das ein wichtiger Punkt war, der mich zu einer vollständigen Analhure machen würde. Erst wenn das Abficken meiner Hintermuschi zu einer sklavischen Pflicht wurde, hatte ich eine Chance, eine wirklich einschneidende Erfahrung zu machen.

Und das waren sie, meine 7 Regeln, an die ich mich für 12 Monate halten würde. Ich druckte die Papierseite gleich zwanzig mal aus und legte den kleinen Stapel ins Regal. Ich würde dann meine Regeln jedem Mann/Dom überreichen, mit dem ich etwas unternehmen wollte. War er bereit, sich an sie zu halten, koste es was es wolle, war ich wiederum auch “bereit”.

Ein Zeitsprung in die Gegenwart

Das ist nun ein Jahr her. Das Projekt läuft noch genau acht Tage. Am 1. November 2018 sind die zwölf Monate um und die Regeln dann nicht mehr gültig.

Ein Teil von mir kann es kaum erwarten. Ein Teil von mir ist total fasziniert, dass ich es durchgezogen habe! Allerdings verlief das nicht ohne Probleme. So habe ich seit September eine recht große und etwas schmerzhafte Analfissur im Aftereingang, die proktologisch behandelt werden muss.

Ich hatte schon im Sommer angefangen, fast täglich Hametum gegen den wachsenden Juckreiz aufzutragen. Ohne die Salbe würde ich inzwischen nicht vor die Haustür gehen. Diese Konsequenzen werden mich leider noch eine Weile begleiten, denn so etwas heilt nicht über Nacht. Aber ich trinke viel Wasser, esse viele Ballaststoffe, um meinen Anus zu schonen und trage brav die Salbe auf.

Ich hatte das ganze Jahr brav Buch geführt, genauso wie die Heldin in Toni Bentleys Buch. So hatte ich in dieser Zeit 216 mal Analsex. Die Strecke ist noch nicht zu Ende – acht Tage sind es ja noch und ich habe dieses Wochenende noch ein letztes Date im Rahmen der Spielregeln. Aber mein Po ist halt ziemlich ramponiert und der betreffende Mann recht viril. Ich vermute also, dass das Endergebnis 217, oder sogar 218 lauten wird. Das wird nicht ganz leicht für mich. Danach ist erst mal Schluss mit anal! Ernsthaft!

Nicht ohne Grund habe ich da inzwischen auch ziemlich Ängste aufgebaut, wegen einem Analprolaps. Das ist wenn Teile der Hämorrhoiden komplett durch den Schließmuskel nach draußen rutschen. Ein Problem, das vermutlich nur sehr aktive Pornodarstellerinnen kennen.

Außerdem bahn sich bei mir das Problem von Stuhlinkontinenz an und das ist im Alltag kein Spaß. Deshalb werde ich nach dem 1. November erst mal brav genesen und keinen Blödsinn mehr machen. Versprochen! Ich habe mir vorgenommen, vor 2020 keinen Analsex mehr zu haben.

Nun neigt sich meine Reise (die längste sexuelle Abenteuerreise meines Lebens!) dem Ende zu. Da dachte ich, dass es an der Zeit wäre, über meine Erlebnisse zu berichten. Dazu dann in der Fortsetzung. Falls das jemanden interessiert. 🙂


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Die Ärgernisse eines masochistischen Mannes

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