Wenn Gefahr zum Zentrum der Lust wird

Diese BDSM Geschichte erzählt von den Gefühlen, die eine Subbi begleiten, die sich in Abenteuer in den dunklen Seitengassen der menschlichen Lust begibt. Zwischen Angst und Kick.

Mein Geist ist devot und mein Körper ist “maso”. Das ist zumindest meine Definition von Sex. Einen festen Mann als Herren habe ich aber nicht. Die sind auch etwas rar in dieser Welt. Bei mir zumindest hat eine feste BDSM-Beziehung sich nie ergeben und manchmal denke ich, dass das vielleicht besser so ist. Natürlich hatte ich auch mal die Lust verspürt, eine dieser intensiven BDSM-Erfahrungen zu machen, mit einem dominanten Lebensgefährten, mit dem jede einzelne Minute ein Teil des Spiels ist. Sozusagen ein 24/7-Kontakt.

Doch ich kenne mich. Ich weiß, wie wichtig es mir ist, immer wieder diesen seltsamen Kick zu erleben, der sich immer nur dann einstellt, wenn unklar ist, was mich erwartet. Wenn es um Spanking und Erniedrigung (also meine zwei zentralen Themen) geht, wäre ich jedem Partner relativ bald untreu und würde erneut die Nähe fremder Männer suchen. Ich weiß das, weil ich das schon alles ausprobiert habe. Ich weiß, wie es ist, wenn ich versuche brav und treu zu sein – und dann doch in der finsteren Gosse lande, mit schmutzigen Knien, verwischter Schminke und blauen Striemen auf dem Po. Nicht selten mit einem fremden Schwanz in der Hand. Zu krass? Willkommen in meiner erotischen Welt. Willkommen in meinem Kopf.

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Nun könnte man das mit Humor nehmen und einwenden, dass auf diese Weise mein “Beziehungs-Dom” eine Menge zu tun hätte, da er immer einen frischen Grund für eine Strafe hätte. In der Theorie. Aber in Wirklichkeit fühlen sich solche Sachen nicht so toll an, wie man es sich ausmalt. Alle Beziehungen fallen früher oder später auseinander, wenn einer von beiden ständig herumhurt. Ich habe darum andere Konsequenzen daraus gezogen und für mich erstmal beschlossen, auf feste Beziehungen zu verzichten.

BueckstueckKarinIch habe im Zuge dieser Entscheidung auch allerlei Dates abgelehnt. Ein wenig Unterhaltung in einem Chat und mittels Emails hatte da schnell gezeigt, dass mein Gegenüber jemanden sucht, den er in sein Herz schließen kann. Und da bin ich dann einfach nicht gemein oder kaltherzig genug, um mich darauf einzulassen, ohne es selbst ernst zu meinen.

Meine Strategie ist natürlich von gewissen Problemen beseelt. Allem voran ist da eine gewisse Gefahr, der ich mich aussetze. Diese Gefahr mag die meiste Zeit nur eingebildet sein, doch es ist schon ein Schritt gegen die eigene weibliche Intuition, mich mit fremden Männern zu treffen, mich von ihnen fesseln zu lassen, mich von ihnen schlagen zu lassen, mich von ihnen sexuell überwältigen zu lassen. Doch es ist das, was mich anmacht. Die sexuelle Unterwerfung und die Bestrafung meiner Mißetaten ist das zweifache Herzstück meiner Sexualität. Natürlich wäre es geruhsamer und leichter für mich, nur jene Männer an mich heranzulassen, die ich über einen längeren Zeitraum kennenlerne und denen ich somit mit starkem Vertrauen gegenübertreten kann.

Doch leider nimmt eine solche Herangehensweise den Wind aus den Segeln. Es wird weniger reizvoll. Denn wenn ich insgeheim weiß, dass der betreffende Mann in Wirklichkeit eine liebe Seele ist, wird die Begegnung mehr zu einem gekünstelten Spiel, zu einem “so als ob”. Die Furcht muss für mich schon echt sein. Ich beziehe Lust aus der Ungewissheit.

Nun. Nicht wirklich. Natürlich werfe ich mich nicht jedem um den Hals. Da könnte ich mich auch nackt ausziehen und nachts auf einen Fernfahrerparkplatz gehen. In Wirklichkeit klopfe ich mir die Kandidaten, denen ich mich auszuliefern beabsichtige durchaus genau ab. Am Anfang chatte ich mit ihnen und “tecke” sie ein wenig. Tecken steht für “Testen durch Necken”. Gerade die cholerischen, emotional labilen Männer lassen sich schnell aus der Bahn werfen, wenn man sie ein wenig neckt oder ärgert.

Die Wutausbrüche machen sich schnell bemerkbar und ich kann die betreffende Person gleich abhaken. Ich telefoniere gerne mit jemandem, doch das muss dann auch reichen. Ich möchte nicht einen endlosen Anlauf gestalten, da mir im Verlauf des Weges die Person zu vertraut, zu bekannt wird. Und das untergräbt meinen Kick.

BueckstueckKarinSomit suche ich nach einem sehr schmalen Mittelweg. Ich möchte mich nicht einem Psychopathen ausliefern, oder einem verantwortungsvollen Spinner, der nicht wirklich eine Wertschätzung dafür empfindet, zu welchem Schritt ich da bereit bin. Doch auf der anderen Seite möchte ich mir keinen Sklavinnen-Flüsterer aufbauen, der immer nur auf mein Wohl bedacht ist – aber im Zuge dessen ein wenig langweilig wird. Es ist ein schmaler Pfad, den ich da beschreite, um die perfekte Dominanz zu erreichen.

Bis jetzt hatte ich bei all meinen Kontakten noch kein schreckliches Erlebnis. Die Sessions sind mal besser und mal schlechter. Doch das lässt sich auch über das Essen in Restaurants sagen. Am Ende verlasse ich mich auf meine Menschenkenntnis.

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2 Gedanken zu „Wenn Gefahr zum Zentrum der Lust wird

  1. Krass. Also da fehlt es mir doch oft an Mut, es so heftig durchzuziehen. Aber stimuliert hat es mich schon. Ich glaube, dass ich mir auch mal ähnliche Sachen vorstelle (wünsche?), aber bei den ganz gewagten Geschichten erschrecke ich mich dann eher vor der eigenen Courage und rudere wieder zurück…
    Angsthase a.n.n.a.

    1. Ja, ich denke mir, dass das vielleicht auch besser so ist. Ich weiß, dass ich mich manchmal zu sehr aus dem Fenster lehne. Manchmal denke ich, dass ich einfach nur zu schräg im Gehirn gepolt bin. Dass mir etwas passiert, das wünsche ich mir auch nicht.

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