Masochistische Autoerotik – warum und wie?

Für mich war schon recht früh klar, dass Masochismus von meiner Sexualität kaum zu trennen ist. Doch hierbei hat es durchaus einige Jahre gedauert, bis ich das Alter und das Selbstbewusstsein erreicht hatte, um einige meiner (zugegeben etwas schrägen) Kopfkinos mit anderen Menschen umzusetzen. Davor hatte ich stets im Alleingang meine Lust erlebt. In diesem Text geht es also um Maso Masturbieren. So habe ich es zumindest eine Weile genannt.

Deshalb war Masochismus für eine eine ganze Weile (also zwischen meinem 14. und 22. Lebensjahr) für mich etwas, das sich eigentlich nur im Kopf abspielte – und damit auch in meinen autoerotischen Aktivitäten.

Meine Lust durch allerlei gegen mich selbst gerichtete Gemeinheiten zu steigern, hatte ich schon als Teenager praktiziert. Hierbei hatte ich über die Jahre eine ganze Reihe aus Praktiken entwickelt, die hierbei geeignet waren.

An dieser Stelle will ich mich allerdings deutlich von allen Frauen abgrenzen, die sich selbst verletzen (Cutting, etc.). Darum ging es bei mir nie. Es gab keine Depressionen dahinter, nur das Bedürfnis meine sexuelle Lust zu steigern – insbesondere angesichts dessen, dass ich ein wenig “anders” ticke, als die meisten Leute.

Das masochistische Bouquet

Der Klassiker war freilich ein Strauß Brennnesseln, den ich mir recht unverdächtig von einem sommerlichen Spaziergang jederzeit nach Hause bringen konnte. Ich zog mich damals in meiner Zimmer nackt aus. Natürlich, nachdem ich vorher die Tür abgesperrt habe – ich wohne in jenen Jahren noch bei meinen Eltern.

Dann legte ich mich aufs Bett und fing an, meine Muschi zu streicheln. Nachdem ich meine Lust ein wenig aufgebaut hatte, begann ich die Innenseite meiner Oberschenkel mit den Brennnesseln zu peitschen. Das war anfangs eine heftige Herausforderung, da nicht ganz laut aufzukreischen und das ganze Haus auf mich aufmerksam zu machen. Aber wie ich herausfand, entwickelt man bei Brennnesseln eine gewisse Schmerztoleranz. Zumindest konnte ich sie bei wiederholter Benutzung besser ertragen.

Ich war natürlich ein wenig süchtig danach, die riesigen Quaddeln auf meinen Oberschenkeln zu sehen. So fing ich bald an, auch meine Mumu mit Brennnesseln zu peitschen. Das war ein intensives Schmerzgefühl, das ich so noch nie gespürt hatte. In dieser Empfindung bin öfter mal gekommen.

Insgesamt hatte ich mit den Brennnesseln auch mal meine nackten Brüste gepeitscht. Und einmal hatte ich draußen an einem Waldbach eine kleine Lichtung mit Brennnesseln gefunden. Es war ein sehr warmer Sommertag und uns hatte ich mich nackt ausgezogen und bin einfach von einem Ende zum anderen hindurchgegangen. Und dann wieder zurück. Ich war ganz schön rot am ganzen Körper und die Quaddeln zeichneten sich überall ab – auf meinem Po, auf dem Bauch und vor allem auf den Oberarmen.

Hinzu kam auch eine gewisse Angst, entdeckt zu werden. Das ist stets auch etwas, das ich als einen Bestandteil meiner masochistischen Weltwahrnehmung erachtet hatte.

Die selbstangedrohte Entblößung

Es gibt verschiedene Weg, den Kick einer bevorstehenden Bloßstellung erlebbar zu machen. Später hatte ich herausgefunden, dass Doms das gerne mit ihren Subs machen. Sie befehlen ihnen per Handy oder Mail Dinge, die durchaus die Gefahr beinhalten, dass die besagte Frau “auffliegt” und zum Beispiel in der Arbeit als Maso-Sklavin oder Flittchen bloßgestellt wird. So ordnen solche Doms gerne der Frau an, auf das Firmenklo zu gehen und dort zu masturbieren. Oder sie verlangen sogar, dass frau sich gleich mal im Büro unter dem Tisch heimlich streichelt.

Ich hatte all diese Sachen bereits lange entdeckt, bevor ich den erste dominanten Mann kennengelernt hatte. So arbeitete ich mit 19 als Praktikantin in dem Büro einer IT-Firma. Hierbei habe ich z.B. ein Bild von mir in die Arbeit gebracht, das mich in einer extrem entblößenden Pose zeigte. Also so richtig mit gespreizten Beinen und einem frechen Dildo in Aktion. Das Foto war geschmacklos, doch genau dafür hatte ich es angefertigt. Ich legte das Bild auf das Glas des Firmen-Kopiergerätes und machte eine Kopie davon. Beides “vergaß” ich dann in der Maschine. Nun entfernte ich mich zum Beispiel in die Kaffeeküche, holte mir ein Getränk und holte auf dem Rückweg die “vergessenen” Bilder.

Das mag auf den ersten Blick nicht aufregend klingen, doch Worte können kaum den Puls beschreiben, der in meinem Körper pochte, während ich hastig den Weg in die Küche nahm. Die Angst, derart bloßgestellt zu werden, war riesig. Der Kick bestand darin, den Abstand zu vergrößern.

So verließ ich auch mal das Großraumbüro, ging die Treppe in das nächste Geschoss, nahm dort den Aufzug zurück auf meine Etage. Ich habe noch nie so gezittert, dass der Lift möglichst schnell kommen möge. Meine Nerven lagen da förmlich blank, als ich den Aufzug betrat und verzweifelt mehrfach die richtige Stockwerk-Taste presste. Die bloße Idee, dass jemand aus dieser Firma zwischenzeitlich an das Kopiergerät trat, die Abdeckung anhob und auf das dort liegende Blatt Papier sah … Mein Herz klopfte da in meinem Hals. Aufgeflogen bin ich nie.

Allerdings kann ich niemals ausschließen, dass jemand doch das schändliche Pornobild von mir saß und es einfach nur wieder aufs Glas legte.

Es war eine sehr extreme Form von Masochismus, die weit über den körperlichen Schmerz hinausging. Doch es scheint, dass ich dafür ein Talent habe.

Die Qual der Unterbrechung

“Tease and Denial” hatte ich ebenfalls lange vor den Begegnungen mit echten Doms praktiziert. So habe ich mich eine Weile selbst damit gequält, dass ich beim Masturbieren immer kurz vor dem Höhepunkt abbrach und einige Minuten nur da lag und langsam wieder “abkühlte”. Dann musste ich wieder von vorne anfangen. Das mag man harmlos finden, aber ich konnte mich damit daheim, nackt auf dem Sofa sitzend, zwei oder drei Stunden beschäftigen. Ab einem gewissen Punkt war es in der Tat eine innere Qual, die dazu führte, dass ich verzweifelt die Oberschenkel gegeneinander rieb und einmal sogar in Tränen ausbrach. Doch das stachelte mich nur dazu auf, beim nächsten Anlauf erneut abzubrechen. Der Gipfel einer solchen Strategie besteht dann in einem vollständiges Abbrechen der Aktion, ohne mir am Ende den ersehnten Orgasmus zu gönnen.

Die Selbstgeißelung

Natürlich gibt es all die klassischen Formen der Selbstkasteiung, die ich ausprobiert hatte. Allem voran die berühmte Selbstgeißelung, die bereits im Mittelalter sehr beliebt war. Eine richtige Peitsche hatte ich nie besessen, aber ich habe schnell herausgefunden, dass ein kräftiger Ledergürtel sehr gut dafür beschaffen ist, sich selbst auszupeitschen.

Am Anfang erstmal nur am Rücken, was recht einfach ist. Hierbei schlägt man eben über die jeweilige Schulter. Das geht schön links und rechts abwechseln. Den Grad des Schmerztes habe ich dabei selbst in der Hand. Wortwörtlich.

Mit etwas Übung konnte ich den losen Part des Gürtels verlängern und dann sogar meinen Po auf diese Weise erreichen. Manchmal hatte ich mir so den Hintern rot und blau geprügelt. Es braucht starke Überwindung – doch das spannende ist, dass wenn der Arm erstmal entsprechend in Bewegung gesetzt wird, gibt es nichts mehr, das ich tun kann, um den Schlag zu verhindern.

Eine Weile faszinierten mich auch die Schläge auf meine Muschi. Hierzu nahm ich einfach mein altes Holzlineal aus der Schulzeit. Das lag dafür gut in der Hand. Ich musste mich nur auf das Bett legen, mich etwas gegen den freien Ellbogen stützen und dann die Beine ganz breit spreizen. Mit der rechten Hand schlug ich dann das Lineal gegen mein unartiges Loch. Eine Handlung, die starke Überwindung voraussetzte, aber war es erstmal geschehen, breitete sich in mir der tollste Lustschmerz aller Zeiten aus. Ich bin einmal fast nur durch die Schläge auf meine Mumu gekommen.

Die Handschellen der Angst

Eine weitere Variante des Angst-Themas bestand für mich darin, mir während der Autoerotik und somit in einem Augenblick der gesteigerten Lust (das ist, wenn der Mensch am besten dafür geeignet ist, Blödsinn anzurichten, den er oder sie später bereuen wird) etwas Radikales zu machen, das sofort den Adrenalin-Kick auslöst. So hatte ich einmal auf der öffentlichen Toilette masturbiert. Ich wollte aufgestaute Lust lösen – ich hatte zuvor ein wenig Geld in einem Sexshop ausgegeben. Nicht gerade etwas, das ich heute tun würde – aber damals war das noch etwas recht aufregendes, sich da überhaupt hinein zu begeben.

Das ganze kam so zustande, dass ich zu lange auf einen Zug nach Hause warten musste und mich am Bahnhof ein wenig langweilte. Da dachte ich: warum gehe ich nicht aufs WC, setze mich leise auf eine der Kloschüsseln und streichle ein wenig meine Klit. Mal sehen, ob es mir kommt.

Das tat ich dann, während draußen andere Frauen ein und ausgingen. Da packte mich der gefürchtete Schalk im Nacken. Ich kramte in meiner Tragetasche und holte die neu erworbenen Handschellen.

Erregt und sichtlich hektisch riss ich die Plastikverpackung auf und holte die Eisen heraus. Ich trennte die beiden, mit einem dünnen Faden befestigten, Schlüsselchen ab und hielt sie mit meinem Mund fest, während ich mit den Händen leise mit den Handschellen hantierte.

Da stand ich also, auf einer Bahnhofstoilette, die Jeans und das Höschen zwischen den Fußknöcheln, und legte mir – als wäre ich von einem schwarz-humorigen Geist ferngelenkt – die Handschellen am Rücken an und verschloss sie über beiden Handgelenken. Ich spürte die Abenteuerlust in mir aufsteigen.

Ich wusste, dass das eine schlechte Idee sei, doch die Gier nach dem Kick war einfach größer. So drehte ich mich in kleinen Schritten um, so dass ich nun der Kloschüssel zugewandt war. Der Schalk ließ mir natürlich keine Ruhe. Langsam öffneten sich meine Lippen. Es dauerte eine Sekunde länger als erwartet – ich hätte es noch abwenden können. Doch da flogen bereits die beiden Schlüssel in die Toilette.

Natürlich hätte ich durch irgendeine abstruse Verrenkung auf den Knien immer noch rücklings in die Kloschüssel fassen können, um die Schlüssel wieder hochzuholen. Und das wäre verdammt eklig gewesen, da die Frau vor mir nicht gespült hatte.

Doch da ist häufig dieser Moment, wo ich mich einfach einer aufregenden Herausforderung stellen möchte. Wo ich denke, dass ich auch B sagen muss, wenn ich schon A gesagt habe. So drehte ich mich wieder um, lehnte mich nach hinten und betätigte mit den gefesselten Händen die Klospülung.

Der “Point of No Return” ist eben die höchste Form eines Kicks. Der Schaden war angerichtet. Da stand ich also, mit heruntergelassener Hose, mit Handschellen auf dem Rücken und keinen Schlüsseln dazu. Hätte ich nur bis zum Höhepunkt masturbiert. Dann wäre ich jetzt schon auf dem Heimweg.

So musste ich warten, bis es ganz still um mich herum war. Ich kniete mich hin, ließ mich zur Seite fallen, rollte mich auf den Rücken und legte die Fersen und die Unterschenkel auf die Klobrille ab.

Hätte nun eine fremde Frau das öffentliche WC getreten, sie hätte mit Sicherheit meine Haare bemerkt, die da in der Lücke unter der WC-Tür herausragten. Sie hätte vermutlich gedacht, ich sei eine Art Geisel und hätte vielleicht die Polizei gerufen. Ich bin manchmal so dumm.

Auf jeden Fall gelang es mir auf diese Weise die Hände mit den Eisen über meinen nackten Po zu ziehen und schließlich auch über die Fersen, was wegen der zerknüllten Jeans zwischen meinen Fußknöcheln nicht ganz einfach war. So rutschte eines der Hosenbeine schließlich von meinem Fuß ab und wurde kräftig im Klowasser getunkt. Wie gut, dass ich davor gespült hatte. Trotzdem.

Nun konnte ich zumindest aufstehen und mir die Hose hochziehen. Meine Hände waren zwar noch immer gefesselt, aber dafür zumindest vorne auf dem Bauch.

Ich machte meine Hose zu. Als ich die Gürtelschnalle verschließen wollte, hielt ich inne. Ich zog schnell den ganzen Gürtel von der Hose ab und setzte mich wieder auf die Kloschüssel. Nun begann ich mit der Eisendorn in der Gürtelschnalle eines der beiden Schlüssellöcher meiner brandneuen Handschellen zu bearbeiten.

Natürlich glaubte ich, dass der ganze Vorgang drei Minuten dauern wird – die im Film können es doch noch viel schneller.

Ich hatte keine Ahnung, dass die ganze Sache über eine Stunde dauern würde, bis es plötzlich Klick machte und zumindest ein Handgelenk frei war.

Die Selbstbefriedigung vollendete ich dann zuhause, in der Badewanne. An dieser Stelle fühlte ich mich einfach nur noch schmutzig und ein wenig geisteskrank.

Das war es eigentlich. Natürlich wundere mich, ob andere Menschen auch ähnliche masochistischen Solo-Rituale praktizieren. Vielleicht erzählst du mir davon in der Kommentarsektion.

Ich weiß natürlich, dass viele Männer sich beachtliche Gewichte an ihre Hoden hängen, oder sich recht ehrgeizig mit riesigen Kerzen oder Dildos penetrieren. Gewichte waren nie so meins, aber was Selbstpenetration betrifft, habe ich allerlei Erfahrungen gesammelt. Gerade mit Haushaltsgegenständen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Biba.

 

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