Samstag in München

In dieser BDSM Geschichte erfahren wir, wie eine Sklavin den Besuch einer Typischen Fetisch-Party reflektiert.

Wir waren am Samstag auf einer Party. Wie viele Tausende anderer Menschen auch. Mitten irgendwo in München. Sind im Dunkeln durch eine Gegend gekurvt, von der ich nie im Traum gedacht hätte, dass es so etwas hier gibt. Bin allerdings auch erst seit einem Jahr hier. Der Parkplatz verschlammt, die Umgebung anrüchig und fast schon tieftraurig morbid. Ich räume mein Navi unter die Sitzbank und nehme gedanklich Abschied von meinem Auto.

Aufgeregt bedauerte ich zum wiederholtem Male dass ich mir selbst nicht zur Beruhigung meiner Nerven ein klitzekleines Proseccofläschchen vorab gegönnt hatte.

Mein Herr war gelassen wie immer. Ich traue dem nicht so recht. Kennt er sich in eine solchen Szene wirklich aus? Oder hängt er mal den coolen Obermacker raus?

In einem Anfall von Selbstüberschätzung des eigenen Mutes gehe ich als erste durch die Eingangstür. Okay, am Tresen liegen in Schaukästen in Gips gegossene Fotzen und Schwänze. Ich übersehe das. Und reiche einer sehr zackigen Dame meinen stilvollen Mantel. Meinen schwarzen Pelz. Die elegant zurückhaltenden Pumps.

Aus der Dame mittleren Alters schält sich eine Schlampe in einem billigen Lackleidchen. Muss ja nicht immer der Schwan sein. Tiefster Dank an den hier ungenannten aber vielleicht wohlbekannten Besitzer eines Fetischkleidungsladens mitten in einer allen Münchnern bekannten Straße. Er hat mir mangels Größe 36 und über 40 ein masochistisches Erlebnis der Extraklasse beschert. Seine tiefste Abneigung gegenüber
der Tatsache, dass es Menschen gibt die mehr als 50 Kilo und 40 Jahre wert sind, waren bei der Beratung ein Genuss.

Isch habe nichts für Dich… (säusel) trage niemals Stiefel, das geht bei diesen (entsetzter Blick) Beinen nicht. Probiere diese künstlichen Haare (sie machen wenigstens nuttig, ach Gottchen), ich verkaufe diese Netzstrümpfe 50 mal die Woche und was soll Wolford sein? (säusel) … Lederhosen sind aus! (mit Blick zum Herrn vor einem vollen Regal mit Lederhosen – es war 5 vor sechs) … säusel.”

Jede Domina hätte für diese Demütigung 500 Euro verlangt, ich bekam das Ganze für läppische 200.Wenn ich es wieder einmal ganz tief brauch…dann weiß ich schon:
U 3 oder U 6 Goetheplatz.

Wir haben uns ins Getümmel gestürzt. Und seltsam, so seltsam … ich war so sehr zu Hause. Es war so normal für mich. Männer in Polarpelzen oder gerade mal mit einem Lederriemen ums Bein. Ältere Herren, Durchschnittsgröße 160 cm, in wirklich eleganten Maßanzügen, die ihre Freundinnen breit gespreizt und sehr distinguiert (kein Widerspruch in sich) präsentierten. Menschen, die zu unserer Unterhaltung an uns vorbei von einem Raum in den nächsten flanierten. Das Klatschen der Peitschen.

Wunderschöne Frauen. Ein Polizist mit Modelmaßen und einem Riesendildo im Bund.

Dass ich auf einer sicher versifften Leder-Couch saß, ohne Slip und Sagrotan, versuchte ich verzweifelt auszublenden.

Die Musik Oberklasse, aber nur im Keller. Oben ein Anschlag auf geschulte Ohren, eine wahre Kakophonie.

Wir entdeckten ein Andreaskreuz. Ein Schild bat, die Tür zu schließen. Verbote in einem SM-Club sind dazu da, übertreten zu werden. Er peitschte mich. Auch plötzlich mit einer Reitgerte, gereicht von einem interessiertem Zuschauer. Ich hatte eine Ahnung, das mich zwei schlugen. So eine tiefe Dankbarkeit. An dem Unbekannten für seine Härte, an meinem Herrn, für die Größe mich einem Fremden zu überlassen. Was für ein Genuss.

Die drei Lesben, die mit fröhlichem Eifer sich gegenseitig verdroschen und fesselten. Danke an den Anblick des Arsches von der einen von den dreien, der schon allein das Eintrittsgeld rechtfertigte. Ich dachte nie, dass es so etwas in echt gibt.

Danke an die Transe, die eine wirklich schicke Handtasche an mir vorbei bugsierte, mit einem Gang, der Hoffnung für die ganzen weiblichen Wesen unter 21 und über 16 in mir aufkeimen lässt … Vielleicht wachsen doch noch ein paar wirkliche göttliche Frauen nach? Trotz dieser merkwürdigen Jeans-Mode unterhalb des Bauches? Und dieser kurzen Jacken?

Danke an Menschen, die sich so zeigten, wie sie es wirklich wollen und mich so tief beeindruckten. Sie haben mir alle soviel noch Lust auf mehr gemacht.

Für die Abgeklärten… (die die schon alles gesehen zu haben glauben…) Es war mein Weihnachten und ich konnte es noch genießen.

Bis zum nächsten Mal
a.n.n.a.

P.S. Ich war heute wieder in Büro. Kostüm. Schwarzer Pelz. Leises Flüstern. Gediegenheit um mich herum. Ich rutsche. Ich rutsche hin und her. Denn ich kann so schlecht sitzen. Mein Arsch. Er tut weh.


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2 Gedanken zu „Samstag in München

    1. Danke. Eigentlich ist das mit dem Humor keine Absicht, aber wenn ich dann zu schreiben anfange, wird doch deutlich, wie schräg die eigene Neigung manchmal ist… LG
      a.n.n.a.

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