Die Domina als Devote

Die Frage, ob Sex mit Domina legitim ist, wurde bereits öfter gestellt. In dieser Geschichte erfährt eine dominante Frau die Behandlung einer untergeordneten Schlampe. Es gibt eben immer einen größeren Fisch, der im Teich das Sagen hat.

Marseille kann die Hölle sein. Wenn man in einem vornehmen Stadtviertel im sechsten Stock eines vornehmen Hauses sitzt, in einem verkommenen Ein-Zimmer-Gelaß mit Waschbecken, ohne Kochgelegenheit, Gemeinschaftsklo auf dem Flur. Und selbst dafür die Miete nicht aufbringt. Da nützt dann die schönste Arbeitserlaubnis nichts, wenn man keine Arbeit findet. So hatte ich mir meine Selbständigkeit nicht vorgestellt. Aber immerhin hatte ich diesen kleinen miesen Job als Putzkraft, natürlich praktisch ohne Bezahlung. Aber immerhin etwas. Und Hungern muß man können als Selbständige. Immerhin reichte es dann doch wieder ein paar Wochen für die Miete.

Aber eine dauerhafte Lösung mußte anders aussehen. Wie sollte ich nur aus meiner Situation herauskommen? Da gab es nur eine Antwort: mit ab-so-lu-ter Skrupellosigkeit.

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Passenderweise war ich in einer Kaserne eingesetzt. Im Verwaltungstrakt natürlich. Obwohl mein Alter wirklich nicht dazu angetan war, mich als Betthäschen zu empfehlen.

Trotzdem war das der einzige Aufhänger, an dem ich mich aus dem Sumpf ziehen konnte: an den eigenen Schamhaaren. Das ging dann so:

Ich weiß ja, auf was praktisch alle Männer abfahren. Also den extra zu klein ausgesuchten Kittel kürzen (danke, Mama, für den Nähunterricht), einen tiefen Ausschnitt drunter, und schwarze Straps-Strümpfe. Die man natürlich nur ahnen, nicht sehen durfte. Und die verdammt schmerzhaften hohen Absätze, damit man mich gut auf den Fluren kommen und gehen hören kann.

Dann wurde in meinem Revier gezielt der Anfälligste ausgesucht, also der Unattraktivste. Der hieß dann auch noch Binnewitz, um das Maß der Schrecken voll zu machen. Obwohl sich bei dieser speziellen Truppe jeder einen neuen Namen suchen darf, blieb er bei Binnewitz, was doch keine französisch trainierte Zunge richtig aussprechen kann. Den hab ich dann also jeden Tag etwas früher in der Arbeit gestört. Pardon, Monsieur, je reviendrais – und ihm dabei mein teures Parfüm dezent zugewedelt.

Als dann auch mein Frühstück nur noch aus zwei Scheiben Brot ohne alles bestand, „verlor“ ich bei der Arbeit ein einschlägiges Heftchen. Falls er das nicht verstanden hätte, hätte ich den nächsten suchen müssen – und wäre dabei verhungert. So schlimm wurde es dann zwar nicht, aber schlimm genug.

Er forderte mich noch rechtzeitig auf, den Schreibtisch auch von innen sauberzumachen, und was fand ich … mein absichtlich „verlorenes“Heftchen, bei einer aussagekräftigen Bildreihe aufgeschlagen. Heißt das, DAS hat er mit mir vor? Na gut, das würd ich aushalten. Erst kommt ja bekanntlich das Fressen, und dann die Moral. Es gab dann einen kurzen Schriftwechsel auf Papierschnipseln, und schließlich war es soweit. Ort und Zeit ergaben sich ja von allein. Jetzt hieß es, meinen ganzen Stolz zu unterdrücken und die Devote zu spielen.

Nun stand er vor mir, wie die Natur ihn schuf, ohne etwa von körperlichem  Training aufgehalten zu werden: schütteres, graues Haar, Gesicht wie ein ausgelaufenes Ei, Schnauzbart, schlaffer Bauch, dünne, faltige Beine. Was zwischen den Beinen war, wollte ich zu meinem Seelenheil überhaupt nicht wissen. Also sank ich vernichtet auf die Knie vor so viel dominanter Männlichkeit, aus Devotheit natürlich.

Halt – schon falsch. Erst die Bluse aufmachen. Ich ließ vorsichtshalber den Blick gesenkt. Das Nüdelchen würde mich noch früh genug belästigen. Natürlich dauerte es nicht lange, bis ich dann seine Hände an den Brustwarzen hatte (aua!), einen Plug im Po (fühlte sich an wie Zäpfchen) , und ein Klämmerchen an den Schamlippen. Mehr ging nicht, denn Monsieur war natürlich letztlich nur am Poppen interessiert, und als ich ihm das Kondom überziehen mußte … blubbs, wars vorbei. Puuh.

So ähnlich liefen dann alle unsere Treffen ab. Ich vergaß nie, vorher auf „das Organisatorische“ hinzuweisen und mein Geld schön außer Sichtweite zu verstauen, „damit wir uns ganz auf uns konzentrieren können“. Trotz aller variantenarmen Routine unterlief mir doch einmal ein Lerneffekt fürs Leben. Ich sollte mich auf sein Gesicht setzen und fand es fast nicht auszuhalten unangenehm, auch nur die Zunge von so einem widerlichen alten Ziegenbock ohne barmherzigen Latexüberzug in meine Innenpolitik zu lassen.

Aus Notwehr fing ich an, wild auf und ab zu hopsen. Als sich dann, trotz allem, unter meinem Gehirn ein Orgasmus bemerkbar machte, fühlte ich mich ausgesprochen gedemütigt. Was erlaubte sich mein Körper da?

Auch wenn es kein rauschender Höhepunkt war, hatte ich das Gefühl, mein eigener Körper fällt mir in den Rücken. Natürlich trug das nicht dazu bei, mir unsere „wunderbar intensiven“ Stunden interessanter zu machen. Aber das Geld trieb mich dann doch noch ein paar Mal wieder in das Büro nach Feierabend, mit dem Geruch nach Putzmitteln und der grellen Deckenbeleuchtung. Es sollte nicht mehr lange dauern.

Eines abends, ich lag rücklings auf dem Schreibtisch, er steckte gerade wieder ruckelnd und stöhnend in mir und ich markierte wie üblich unbezwingliche Leidenschaft, da ging die Tür auf. Einer seiner Kollegen stand in der Tür und stotterte, gut einstudiert „P- pardon mon colonel …“ Das war jetzt aber das endgültige Ende,  der Sechser im Lotto!

Eigentlich hätte ich vor Erleichterung kreischen mögen. Ich schaffte es gerade noch, meine Begeisterung eine Oktave tiefer zu legen, damit es wie Schreck und namenlose Bestürzung klingen konnte … aber ich war viel zu erleichtert und dachte krampfhaft über meine nächsten Schritte nach. Der da. Der war vielleicht meine Rettung.

Am liebsten hätte ich jubelnd mit den Beinen gezappelt, aber ich hatte ja den Slip noch zwischen den Füßen. Jetzt konnte Mon Colonel mich aber auch langsam unter sich raus lassen. Das schaffte er anscheinend nicht mehr von allein, also wand ich mich unter ihm durch und knickte stolpernd (der verdammte Slip!) vor dem Eindringling auf die Knie – warum hatte der eigentlich nicht sofort die Tür wieder zugeschlagen, der Lurch? – und stammelte „nichts sagen bitte bitte… ich brauche doch das Geld so dringend …“

Nach dieser überraschenden Eröffnung hätte Colonel Binnewitz eigentlich nur noch den geordneten Rückzug antreten können. Er stand aber nur da und starrte auf den wesentlich jüngeren, erheblich durchtrainierteren Kollegen, der sich selbstsicher eine Zigarette drehte. Sie langsam vollendete, trotz striktem Rauchverbot entzündete und lässig aufrauchte. Und uns beide wie Schießbudenfiguren einfach stehen bzw. knien ließ.

Weil mein Kniegelenk immer heftiger nach einer Eispackung schrie, ließ ich mich von der indianischen Ruhe des Rauchenden soweit durchdringen, daß ich den Slip bändigte, mich hochrappelte und hinkend, aber aufrecht, die Situation wortlos verließ.

Danach saß ich in meinem Mauseloch auf dem Bett und teilte mein nun unwiderruflich letzes Geld in immer kleinere Summen auf. Wie lange würde das reichen? Da klopfte es an der Tür.

Wahrscheinlich wieder diese Schwedin, die Hilfe beim Übersetzen brauchte … ich riß mich also von meiner schwindenden Barschaft los und humpelte bedrückt zur Tür. Und prallte entsetzt zurück. Der Raucher … immer noch mit dem gleichen ironischen Grinsen auf dem Gesicht. Seine ersten Worte waren: „Ihr hattet ein Rouleau offengelassen“. (Aaiieeee…)..

Jetzt, wo er es sagte … Gottseidank war es ja nach Feierabend gewesen. „Die Kantinenbrigade hat sich sehr gefreut.“ (UUiiihhh…)

„Nicht zum ersten Mal.“ (Oouuuhh….) Ich muß wohl ausgesehen haben, wie kurz vor dem Herzinfarkt.

„Du bist eine ziemlich schlechte Schauspielerin.“ Ich wurde immer benommener. „Du bist dominant, stimmts?“

Ich konnte ihn nur verwirrt ansehen. Wie sollte das jetzt weitergehen? Plötzlich klapperte es in meinem Hirnkasten. Und schlagartig übernahm mein Magen die Kontrolle über die Sprachausgabe: „Wo gehen wir essen?“

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